Stress, Magen, Schutz: Hyaluronsäure bei Turnieren und Transport

Wie Hyaluronsäure helfen kann, die Magenschleimhaut von Pferden während Transporten, Turnieren oder anderen stressbedingten Situationen zu schützen – als präventive Pufferstrategie.

Pferd wird in einem Anhänger transportiert

Stress, Magen, Schutz: Hyaluronsäure bei Turnieren und Transport

Die Magengesundheit ist ein zentraler Aspekt für Leistung, Wohlbefinden und Langlebigkeit bei Pferden. Für Reiter:innen, Tierärzt:innen und Pferdebesitzer:innen ist die Verbindung zwischen Stress, Magensäure und Geschwüren gut bekannt. Je mehr wir unseren Pferden abverlangen – sei es durch Training, Reisen oder Turniere – desto wichtiger ist es, das Verdauungssystem gezielt zu schützen. Eine der vielversprechendsten Maßnahmen in der modernen Pferdepflege ist Hyaluronsäure (HA): ein natürlicher Wirkstoff, der nicht nur Feuchtigkeit spendet, sondern auch Barrierefunktion und Schleimhautschutz bietet.

In diesem Artikel zeigen wir, warum Hyaluronsäure zunehmend als präventives Magenergänzungsmittel eingesetzt wird – insbesondere bei Pferden in stressreichen Phasen.

Die Physiologie von Stress und Magensäure beim Pferd

Pferde reagieren äußerst empfindlich auf Umwelt- und physiologische Stressfaktoren. Im Gegensatz zum Menschen produzieren sie rund um die Uhr Salzsäure im Magen – unabhängig davon, ob sie gerade fressen oder nicht. Das macht sie besonders anfällig für Magengeschwüre bei:

  • Längeren Fresspausen
  • Transporten und Reisen
  • Intensivem Training oder Turnieren
  • Stallwechseln oder sozialen Veränderungen

Wenn Stresshormone wie Cortisol steigen, sinkt die Durchblutung des Magen-Darm-Trakts, Schutzmechanismen der Schleimhaut werden geschwächt und die Magensäureproduktion nimmt zu. Besonders betroffen ist der nicht-drüsige (plattes Epithel) Teil des Magens, der nicht über schützende Schleim- oder Bikarbonatsekrete verfügt.

Studien zeigen, dass bis zu 90 % der Sportpferde Anzeichen eines Equinen Magengeschwürsyndroms (EGUS) entwickeln können.

Stress allein verursacht keine Geschwüre – doch in Kombination mit Futterpausen, kraftfutterreicher Ernährung und Säurespritzern durch Bewegung ist die Magenschleimhaut stark gefährdet.

Hyaluronsäure: Nicht mehr nur für Gelenke

Hyaluronsäure (HA) ist vor allem für ihre Rolle bei Gelenkgesundheit und Beweglichkeit bekannt. Doch aktuelle Studien beleuchten ihre besonderen Eigenschaften zur Unterstützung von Schleimhautgewebe. Als Magenergänzung wirkt HA anders als klassische Antazida oder Puffersubstanzen:

  • Mucoadhäsive Eigenschaften sorgen dafür, dass HA an der Magenschleimhaut haftet und eine Schutzschicht bildet.
  • Feuchtigkeitsspendende Wirkung fördert die Elastizität des Gewebes und die Barrierefunktion.
  • Immunmodulierende Effekte können entzündungshemmend wirken.

Bei Pferden bedeutet dies: HA kann gezielt dort schützen, wo die Säurebelastung am stärksten ist.

Eine vorausschauende Strategie für die Magengesundheit

Die beste Behandlung von Magengeschwüren ist ihre Vermeidung. Und Prävention beginnt bevor das Pferd den Anhänger betritt oder in die Turnierarena einreitet.

Die proaktive Verabreichung von Hyaluronsäure kann helfen, folgende Risiken zu minimieren:

  • Reizungen durch überschüssige Magensäure
  • Schleimhautverdünnung infolge von Stress
  • Langfristigen Einsatz von Medikamenten (z. B. Omeprazol)

Hyaluronsäure reduziert die Säureproduktion nicht – aber sie hilft der Schleimhaut, deren Auswirkungen besser zu verkraften.

Im Gegensatz zu Protonenpumpenhemmern, die die Säureproduktion unterdrücken und die Verdauung beeinträchtigen können, erhält HA die natürliche Umgebung im Magen und stärkt gleichzeitig die Schleimhautabwehr.

Wann und wie man HA bei Reisen und Turnieren einsetzt

Zeitpunkt und Regelmäßigkeit sind entscheidend, wenn Hyaluronsäure als präventives Ergänzungsfuttermittel eingesetzt wird. Hier ein praktischer Leitfaden:

Vor dem Transport

  • Beginnen Sie die Supplementierung 3–5 Tage vor dem Transport
  • Fortsetzen während der gesamten Reisezeit

Während Turnieren

  • Tägliche Gabe beibehalten
  • Bei Futterunterbrechungen oder erhöhtem Stress: zweimal täglich verabreichen

Nach Turnieren oder Stallwechseln

  • Weitergabe für mindestens 5–7 Tage nach dem Ereignis
  • Appetit und Verhalten auf Anzeichen von Magenbeschwerden beobachten

Die meisten auf Pferde ausgerichteten Hyaluronsäure-Präparate sind in verschiedenen Formen erhältlich – etwa als Gel, Paste, Pulver oder Flüssigkeit – und werden häufig mit anderen magenschützenden Inhaltsstoffen wie Aloe, Alginaten oder Leinsamen kombiniert.

Flüssige Formen sind besonders gut verträglich und erleichtern die genaue Dosierung, etwa mithilfe einer Dosierpumpe.

Worauf Sie bei einem hochwertigen HA-Magenpräparat achten sollten

Nicht alle Hyaluronsäure-Produkte sind gleich. Bei der Auswahl sollten Sie Folgendes berücksichtigen:

  • Gelierte oder mikroverkapselte Formen, um die Kontaktzeit mit der Magenschleimhaut zu verlängern
  • Das Vorhandensein von unterstützenden Co-Inhaltsstoffen (z. B. Schleimstoffe)
  • Reinheit und Molekulargewicht – hochmolekulare HA haftet besser an der Schleimhaut
  • Transparenz des Herstellers und wissenschaftliche Grundlage

Wählen Sie Produkte, die speziell zur Unterstützung der Magengesundheit entwickelt wurden – nicht einfach umgewidmete Gelenkpräparate.

Ein realistisches, langfristiges Werkzeug für Sportpferde

Sportpferde sind unvermeidbaren Stressfaktoren ausgesetzt. Auch wenn ständiger Weidegang und freier Zugang zu Raufutter ideal wären, ist dies im Trainings- und Wettkampfbetrieb oft nicht umsetzbar. Hyaluronsäure bietet eine realistische, nicht-pharmazeutische Schutzbarriere für Pferde in anspruchsvollen Situationen.

Gut zu wissen

Richtig angewendet kann HA:

  • Das Risiko von Plattenepithel-Geschwüren senken
  • Die Erholung nach Belastungen verbessern
  • Pharmazeutische Therapien und Fütterungsstrategien sinnvoll ergänzen

Fazit

Die Magengesundheit bei Pferden während Stressphasen zu erhalten, muss nicht ausschließlich auf Säureblockern basieren. Hyaluronsäure steht für eine neue Generation der Schleimhautsupports – physiologisch sinnvoll, wissenschaftlich fundiert und praktisch anwendbar.

Egal, ob Ihr Pferd auf höchstem Niveau startet oder regelmäßig transportiert und umgestellt wird: Die Einbindung von HA in das Magengesundheitskonzept kann dazu beitragen, nicht nur das Magenwohl, sondern auch die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Wann sollte ich meinem Pferd Hyaluronsäure zur Unterstützung des Magens geben?

Idealerweise vor belastenden Ereignissen wie Transport, Turnier oder Stallwechsel – und auch in den Tagen danach.

Kann HA Omeprazol bei magenempfindlichen Pferden ersetzen?

Nein, aber sie kann als ergänzende Unterstützung oder langfristige Strategie dienen, wenn keine medikamentöse Therapie notwendig ist.

Produktempfehlung

Perfekte Ergänzung

Entdecken Sie Platural-Produkte, die zum Thema dieses Artikels passen.

Gastiva

Gastiva

Ergänzungsfuttermittel für Pferde mit empfindlichem Magen.

Mehr erfahren →